Einfacher E-Meter-Simulator

Um ein guter Auditor* zu werden, bedarf es einer langen Ausbildung. Einen beträchtlichen Anteil daran hat das Vertrautwerden mit dem E-Meter*. Hierzu gehört unter anderem, Auditingsitzungen* unter realistischen Bedingungen zu simulieren, damit der künftige Auditor lernt, welche Situationen auftreten können und wie er darauf reagieren muss, um sie optimal zu handhaben. In den Anfangszeiten hielt der Ausbilder die Dosen* und drückte sie in den jeweiligen Momenten, um den Widerstand zu verringern und damit eine Anzeige zu bewirken. Das sah jedoch meist dilettantisch aus und vermittelte dem Auszubildenden eher ein Gefühl der Unsicherheit. Außerdem konnten auf diese Weise bestimmte Anzeigen* nicht dargestellt und Veränderungen des Tonarms* nicht realitätsnah herbeigeführt werden.

Ein E-Meter-Simulator schafft Abhilfe, denn er ermöglicht mit etwas Übung, nahezu alle in der Praxis vorkommenden E-Meter-Anzeigen künstlich zu erzeugen. Außerdem kann mit ihm der Tonarm verändert werden. Dies ist wichtig, um z.B. einen Blowdown* herbeizuführen oder um zu simulieren, dass der aktuelle Prozess* überlaufen* wurde.

Dieser Simulator besteht aus nur 4 Bauteilen und ist in wenigen Minuten zusammengelötet. Das Potenziometer P1 ermöglicht eine grobe Veränderung des Widerstandes, mit ihm wird die aktuelle Tonarmposition* eingestellt. Mit P2 lässt sich der Gesamtwiderstand absichtlich nur wenig verändern. Mit ihm lassen sich Nadelanzeigen wie Ticks*, Falls*, Dirty Needles*, F/Ns* usw. simulieren.

Löten Sie die Anschlüsse des Potenziometers P1 so an, dass sich bei einer Rechtsdrehung der Widerstand erhöht. (Tonarm* steigt, die Nadel bewegt sich nach links.) Bei P2 sollte es genau umgekehrt sein. Eine Drehung nach rechts sollte den Widerstand verringern und so die Nadel nach rechts bewegen. Dadurch braucht man als Coach nicht umzudenken. Die Rechtsdrehung von P1 entspricht dann der Rechtsdrehung des Tonarms, die Rechtsdrehung von P2 der Bewegungsrichtung der Nadel. 

 Für P1 wurde diese Skala entworfen:

Für Übungszwecke reicht ein Tonarmbereich von 1.7 bis 5.5 völlig aus. Um die gesamte Spanne von Kurzschluss bis Unendlich darzustellen, hätte mehr Aufwand getrieben werden müssen.

Die obige Skala erleichtert dem Coach das Einstellen des Tonarms. Um sie korrekt ablesen zu können, sollte sich P2 etwa in Mittelstellung befinden. Man kann eine Kalibrierung durchführen, indem man den Knopf von P1 genau auf den Skalenwert 3 einstellt und dann mit P2, (bevor dessen Knopf festgeschraubt wird), die Tonarmpositionsanzeige am E-Meter präzise auf 3.00 bringt. Ohne die Achse von P2 noch einmal zu bewegen, schraubt man den Knopf von P2 jetzt so fest, dass seine Nase genau nach oben zeigt. Wenn der Coach sich später an der Skala orientieren will, bringt er zunächst die Nase des P2-Knopfes in die “12-Uhr-Stellung”.

Der Entwurf erfolgte für ein logarithmisches 290°-Potenziometer. Wer ein anderes verwendet, kann sich in Verbindung mit der Tonarmpositionsanzeige eines E-Meters empirisch in wenigen Augenblicken selbst eine neue Skala herstellen.

Für den Anfang kann man bei den Übungen am E-Meter mit der Empfindlichkeit 3 beginnen. Das erfordert weniger Feinfühligkeit und macht es dem Anwender leichter, “Ticks” und “Dirty Needles” zu erzeugen. Wenn man schon etwas mehr Übung hat, kann man die Empfindlichkeit auf 5 bis 8 erhöhen. Zur Simulation von Rockslams* mag es erforderlich sein, die Empfindlichkeit noch weiter hinaufzudrehen.

Es folgt ein Bauvorschlag. Das Kästchen lässt sich sehr klein halten. Der Regler zum Erzeugen der Nadelreaktionen (P2) wurde seitlich angebracht, weil das in sitzender Position der natürlichen Haltung der Hand entspricht. Schnelle Drehbewegungen lassen sich so einfacher ausführen. Für Linkshänder löst man die Schrauben und dreht den Deckel mit P1 um 180°.

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