Fall (engl. case)

Die Summe aller schädlichen Ladungen* bei einem (menschlichen) Wesen. Damit ist also alles gemeint, was an schmerzlichen Erfahrungen verdrängt wurde und gegenwärtig dem Bewusstsein nicht mehr zugänglich ist. Da das Unterbewusstsein* Kontrolle und Zwang ausüben sowie die Emotionen, Gedanken, Ziele und Handlungen einer Person massiv beeinflussen kann, besteht ein enger Zusammenhang zwischen “Fall” und geistiger Unfreiheit. Das Unterbewusstsein als Ort der gespeicherten Ladungen lässt keinen Raum für analytische Sachverhaltsprüfungen, sondern seine Wahrnehmungen und Entscheidungen sind “irrational”. Es ist somit eine Quelle von unerwünschter Fremdbestimmung. (Siehe auch übergangene Ladung*.)

Jeder Mensch hat einen Fall. Wer in sein Innerstes schaut und dabei vor dem Konfrontieren unangenehmer Dinge nicht zurückschreckt, wird dort möglicherweise Abgründe entdecken, die ihn zum Erschauern bringen. Solche, die sich davon nicht steuern lassen, besitzen die Fähigkeit, ihren Fall unter Kontrolle zu halten. Auch wenn es ihnen ggf. schwerfallen mag, hilft ihnen Ethik* dabei, das nötige Maß an Selbstdisziplin aufrechtzuerhalten.     

Bei Psychotikern, Kriminellen, Verhaltensgestörten, Perversen, Drogenabhängigen, Phobikern* usw. handelt es sich dagegen um Personen, die wahrnehmbare Auffälligkeiten zeigen. Als “auffällig” gilt ein Verhalten, das sich für andere oder für die Person selbst objektiv überlebensfeindlich auswirkt und zu gesellschaftlichen Konflikten führt. Diese Menschen sind zu Sklaven ihres Unterbewusstseins geworden. Die Grundpersönlichkeit ist häufig nur noch temporär, partiell oder auch gar nicht mehr erkennbar. Obwohl solche Personen hochintelligent sein können und auf den ersten Blick völlig “normal” wirken mögen, sind sie nicht sie selbst. Ihr “Fall” hat sie massiv verändert.

“Fall” bedeutet geistige Abnormität. (Geist im spirituellen* Sinn.)  

“Fall” ist nicht etwas, das im Gehirn lokalisiert ist oder dort behandelt werden könnte. Man wird deshalb z.B. nach dem Tod eines Massenmörders in dessen Schädel nichts Auffälliges finden können, denn “Geist” ist immateriell. Diese simple Feststellung erklärt, warum schulmedizinische Behandlungsmethoden scheitern und mit Psychopharmaka keine Kausalbehandlung geistiger Störungen möglich ist. Medikamente können nur symptomatisch für die Dauer ihrer Einnahme bestimmte seelische Manifestationen unterdrücken, indem sie restimulierende* Reize absperren bzw. die Person auf andere Weise “ruhig stellen”. Solche Wissenschaften, die den Materialismus* als Grundlage haben, sind hier mit ihrem Latein am Ende. Für sie ist die Psyche* ein Gebiet absoluter Verwirrung, um das man möglichst einen großen Bogen macht. Ungläubig nimmt man zur Kenntnis, dass eine auffällig gewordene Psyche alleine durch Kommunikation rehabilitiert werden kann. Wen wundert es daher, dass man dem Auditing* als eine dafür geeignete Kommunikationstechnik mit Misstrauen begegnet.   

Der Mensch ist erst dann wieder vollkommen selbstbestimmt, wenn er keinen “Fall” mehr hat. In diesem Kontext wird verständlich, was viele Religionen, (auch das Christentum), letztlich unter “Erlösung” verstehen. Es ist nichts anderes als die Befreiung vom eigenen Fall. Ohne eine funktionierende Technik*, die den Menschen in die Lage versetzt, diese Befreiung selbst in die Hand zu nehmen, bleibt den meisten Kulturen auf diesem Planeten nur die Hoffnung auf den Gnadenakt eines höchsten Wesens.

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