Unterdrücker unterdrückerische Person, antisoziale Persönlichkeit, Suppressive Person, SP

Bei Hubbard spielt dieser von ihm selbst definierte Persönlichkeitstyp eine äußerst wichtige Rolle. Er war der Auffassung, dass 2.5% der Bevölkerung psychische Merkmale aufweist, die sie zum Unterdrücker macht. Mittels einer von Hubbard erstellten Checkliste, auf der antisoziale Eigenschaften aufgeführt sind, soll man feststellen können, wer zu diesen 2.5% gehört. Per Definition muss eine Person mehr als die Hälfte dieser Eigenschaften aufweisen, um als “Unterdrücker” zu gelten.

Verkürzter Auszug aus Hubbards Kriterienliste: Eine unterdrückerische Person ...
spricht nur in sehr groben Verallgemeinerungen - verbreitet hauptsächlich schlechte Nachrichten - ändert Kommunikation zum Negativen hin - spricht nicht auf Behandlung, Besserungsversuche oder Psychotherapie an - schüchtert ihre Umgebung massiv ein - erschafft für andere Schwierigkeiten - sucht sich das verkehrte Angriffsziel aus - kann Vorhaben nicht planvoll abschließen, sondern ist von zahllosen unabgeschlossenen Aktionszyklen umgeben - bekennt sich unter Zwang ohne Verantwortungsgefühl zu den erschreckendsten Verbrechen - unterstützt ausschließlich destruktive Gruppen - lehnt Hilfe für andere ab - hat einen schlechten Sinn für Eigentum und hält es für einen Vorwand, um andere zu betrügen - beschuldigt andere der Dinge, die sie selbst tut - hat einen verborgenen Horror vor anderen - freut sich, wenn es anderen schlecht geht - leidet Höllenqualen, wenn es anderen gut geht.

Eine unterdrückerische Person gilt als hochgradig psychotisch. Ihr Denken und Handeln sind Ausdruck ihrer Furcht vor anderen. Sie ist der Auffassung, sich vor ihnen nur dadurch schützen zu können, dass sie deren Fähigkeiten klein hält, sie am Fortkommen hindert, sie von sich fern hält, verfolgt, einsperrt, tötet usw.

Laut Hubbard ist der “Unterdrücker” der Prototyp des Geisteskranken. Geisteskrankheit definierte er als den fortwährenden Entschluss, zu schaden oder zu zerstören. Personen, die sich dadurch auszeichnen, befinden sich nur sehr selten in der Psychiatrie, sondern treiben ihr Unwesen mitten in der Gesellschaft. Prominente Vertreter und zugleich Massenmörder: Stalin, Hitler, Mao, Idi Amin, Bokassa, Mugabe, Kim Yong Sun & Co., Gaddafi usw.  

Im Volk werden Personen oft nur dann als geisteskrank angesehen, wenn sie sich in Anstalten befinden. Eine verhängnisvolle Fehleinschätzung. Häufig befinden sich dort die Personen, die die Opfer von Unterdrückern wurden und dabei durchdrehten.

Siehe auch die Definition von Unterdrückung*

Kritiker bescheinigen Hubbard selbst psychotische Merkmale. Insbesondere seine ständig dramatisierte Verteufelung der Psychiatrie, seine Abneigung gegenüber staatlicher Autorität, sein gestörtes Verhältnis zur Demokratie und zu einer freien Presse, sein erzautoritärer Führungsstil innerhalb der eigenen Organisation sowie seine damit einhergehenden sadistischen Bestrafungsmethoden von Mitarbeitern zeichnen von ihm ein sehr zwiespältiges Bild. Hinzu kommen die als Wahnvorstellungen empfundenen Sachverhaltsschilderungen betreffend OT III*.

Unabhängig von der bereits erwähnten Checkliste bezeichnete er jeden als Unterdrücker, der ihn oder seine Organisation bekämpfte. An diesem Punkt wird die Zuweisung der Eigenschaft “geisteskrank” irrational und manifestiert sich als reine Willkür. Denn wie könnte man als Organisation besser im Recht sein, als dass jeder, der ihr gegenüber antagonistisch auftritt, zwangsläufig ein Geisteskranker ist?

Die menschliche Gesellschaft bedient sich sehr leicht des Arguments, dass jemand, der anderer Auffassung ist als sie, verrückt und/oder kriminell sein muss. Das setzt den Kritiker unwiderlegbar ins Unrecht und macht es leicht, “geeignete Maßnahmen” gegen ihn zu ergreifen. Diktaturen, die Kritik generell nicht ertragen können, unterdrücken daher die Meinungs- und Pressefreiheit. Für sie ist der konstruierte Zusammenhang zwischen Kritik und Geisteskrankheit/Kriminalität wie geschaffen. Die Sowjetunion wies ihre Systemkritiker in die Psychiatrie ein, die Faschisten verurteilten sie zum Tode.

Hubbards Reaktionen auf massive Kritik bewegten sich in einem durchaus vergleichbaren Rahmen. Indem er Scientology-Kritiker zu geisteskranken Unterdrückern erklärte, verhängte er aus seiner Sicht zugleich ein Todesurteil gegen sie. Unterdrücker sind in seiner “Kirche” normalerweise von allen rehabilitierenden Maßnahmen ausgeschlossen und schmoren deshalb auf ewig in der Hölle. Seine Haltung gegenüber Kritikern zeigte unübersehbar paranoide Merkmale.

Die Scientology-Organisation setzt diese Tradition bis heute fort. Wer als Mitglied dieser Sekte Kritik an ihr oder ihren leitenden Mitarbeitern übt, wird unverzüglich zur Zielscheibe von “Ethikmaßnahmen”, wobei als Automatismus unterstellt wird, dass der Kritiker Verfehlungen begangen haben muss, um so zu denken und zu handeln. Es wird nicht geprüft, ob die Kritik berechtigt ist. So wird auch eine analytische Beanstandung von Missständen als reaktive* Dramatisation abqualifiziert und entsprechend geahndet.   

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