Jenseits

Das “Jenseits” existiert nicht. Es ist eine Erfindung der römisch-katholischen Kirche als Reaktion auf die Anordnung des römischen Kaisers Justinian*, der im Jahr 553 die Wiedergeburt “abschaffte”. Die protestantischen Kirchen und andere christliche Glaubensgruppen übernahmen später dieses Konzept. Wegen der Länge der zurücklegenden Zeit waren die Menschen des christlichen Abendlandes sehr bald der Überzeugung, es sei nie anders gewesen. Dabei ist es überliefert, dass Jesus von Nazareth die Wiedergeburt lehrte. Selbst viele Theologen wissen nicht, dass die Reinkarnation* bis zum Verbot durch Justinian, also ca. 500 Jahre lang,  ein fester Bestandteil der christlichen Glaubenslehre war. 

Justinian I. war ein Despot. Er war davon überzeugt, dass man Menschen, die der Auffassung sind, nur ein irdisches Leben zu haben, viel besser manipulieren und unterdrücken kann. Er ließ alle Bibelstellen tilgen, die von der Wiedergeburt berichteten. Luther standen bei seiner Übersetzung auf der Wartburg keine Texte aus der Zeit vor dem Jahr 553 zur Verfügung. Er ist deshalb dieser Lüge aufgesessen.    

Das “Jenseits” war für die Kirche die Lösung des Problems, dass der Mensch einerseits nur ein körperliches Leben haben, ihm aber dennoch ein ewiges Leben verkündet werden sollte. Gegen ein fortdauerndes Leben der Seele im “Jenseits” hatte Justinian keine Einwände, denn das war politisch nicht bedeutsam. 

Das Jenseits war fortan die verbindliche Lehre, wobei der Kirche entgegenkam, dass die Vorstellung, nach dem Tod in anderer Form weiterzuleben, nicht neu war. In diversen Kulturen war es lange zuvor schon Tradition, den Toten Beigaben ins Grab zu legen, damit sie in ihrer neuen Welt nicht mittellos dastanden. In Ägypten wurde das mit der Errichtung von Pyramiden (für die Pharaonen) besonders extensiv betrieben.

Die Katholische Kirche hat das Konzept vom Jenseits nach Justinian nie wieder revidiert, obwohl sie dazu reichlich Gelegenheit gehabt hätte. Dafür muss sie sich massive Kritik gefallen lassen. Es darf vermutet werden, dass ihr diese Vorstellung selbst sehr zupasse kam. Die Päpste waren jahrhundertelang in ihrer Machtausübung nicht besser als Justinian. Die Gläubigen ließen sich auf diese Weise in ihrem Sinne viel besser kontrollieren, was sich zum Beispiel im Ablasshandel manifestierte.

Was das Jenseits ist, wo es sich befindet, was man dort vorfindet usw. ist im Christentum nirgendwo klar definiert. Anders als im Islam, wo nach dem Tod sofort untersucht wird, ob jemand durch sein zu Lebzeiten an den Tag gelegtes Verhalten als gut oder böse eingestuft werden muss, bleibt das im Christentum dem “Jüngsten Gericht” vorbehalten. Wann das stattfinden soll, bleibt völlig offen. So könnte es Millionen oder Milliarden Jahre dauern, die eine Seele tatenlos im Jenseits zubringen muss, bis man sie ggf. zur Rechenschaft zieht. 

In den Beiträgen Reinkarnation* und zwischen den Leben* finden Sie weitere Details.

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