Kriminologie (Wörtlich: “Lehre vom Verbrechen”)

Die Kriminologie wird häufig mit der Kriminalistik verwechselt. Beide haben gewisse Berührungspunkte, unterscheiden sich jedoch signifikant. Die Kriminalistik beschäftigt sich mit der Aufklärung von Straftaten. Neben den handwerklichen Tätigkeiten von Beamten oder Bediensteten der Polizei umfasst sie auch die Unterstützung durch einige Naturwissenschaften.

Die Kriminologie versucht, die Ursachen von Kriminalität zu etablieren und bezeichnet sich selbst als “interdisziplinäre Wissenschaft”. Als Begründer gilt Cesare Lombroso, der als Arzt im 19. Jahrhundert die Behauptung aufstellte, dass man Verbrecher an ihren körperlichen Merkmalen (wie der Kopfform) erkennen könnte. Er nahm Messungen an Straftätern vor, um das zu belegen. Lombroso gilt inzwischen als vollständig widerlegt.

Für die Kriminologie gibt es Lehrstühle, an denen man als Student seinen Bachelor oder Master machen kann. Dennoch hat sie es schwer, in der Gesellschaft anerkannt zu werden. Damit ergeht es ihr ähnlich wie der Psychologie*. Beide Disziplinen ähneln sich, was man daran erkennt, dass es Kriminalpsychologen gibt. Das, was Professoren lehren, kann von Fall zu Fall sehr unterschiedlich sein. Die angeblichen Ursachen von Kriminalität bestehen verbal aus Spekulationen, Thesen, Mutmaßungen, Theorien usw. Allen ist gemeinsam, dass sie den Beweis eines kausalen Zusammenhangs schuldig bleiben. Die Ursachenforschung gerät dort an ihre Grenzen, wo man nur ein eingeengtes Sichtfeld auf die Dinge hat oder wo von vornherein bestimmte Möglichkeiten ausgeschlossen werden. Das ist dann der Fall, wenn man glaubt, dass Kriminalität ein eigenständiges Phänomen sei und man geistige Störungen gar nicht erst in Betracht zieht. Zum Beispiel die  böse Absicht* und das Service-Faksimile*.

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