Materialismus 

Der erkenntnistheoretische M. vertritt die Auffassung, dass sich alle Zustände, Abläufe oder sonstigen Phänomene, die man auf der Erde (bzw. im gesamten Universum) wahrnehmen kann, auf Materie und deren Gesetzmäßigkeiten zurückführen lassen.

Der M. lässt somit keinen Raum für Immaterielles und bestreitet konsequenterweise die Existenz von “Geist” oder Gott. Leben und Materie sind für den M. prinzipiell dasselbe. Daraus folgert, dass man einen wässrigen Materiebrei unter Zufuhr von Wärme und Kohlendioxid nur lange genug in der Retorte rühren müsste, bis irgendwann daraus Leben entstünde.  

Bei Hubbard* besteht das Physikalische Universum aus Materie, Energie, Raum und Zeit, abgekürzt MERZ, (engl. MEST). Geist = Seele = Psyche* existiert für ihn unabhängig von MERZ. Philosophisch (und logisch) leitet sich daraus ab, dass Geist nicht aus Materie besteht, keinen Raum einnimmt, (somit auch keine Position im Raum hat), und zeitlos (= unsterblich) ist. Geist steht über MERZ. Er kann Letzteres beliebig erschaffen oder zerstören. Das von den Physikern immer wieder bemühte Bild des “Urknalls” befindet sich damit in einer verblüffenden Übereinstimmung, auch wenn sie das als Materialisten natürlich bestreiten. 

Die Fähigkeit des Geistes, nicht nur Materie, sondern auch Energie, Raum und Zeit erschaffen zu können, spielt bei Hubbard insofern eine bedeutsame Rolle, als sich die Phänomene geistige Masse* und Ladung* sonst kaum erklären ließen.

Geist ist zugleich der Ursprung der Lebensenergie*, die Hubbard mit dem griechischen Buchstaben Theta bezeichnete. Die Schöpfungsgeschichte der Bibel, so naiv sie manchem erscheinen mag, befindet sich im Kontext dieser Philosophie. “Gott” als Ursynonym für “Geist” erschafft dort die physikalische Welt. Am Ende erschafft er auch Leben, was man davon losgelöst betrachten muss. Durch das Einhauchen seines Atems in die tote Materie (des Adamschen Lehmkörpers) stattet er diesen mit Lebensenergie aus. Um mit Hubbard zu sprechen, MERZ beginnt erst dadurch zu leben, dass Theta hinzugefügt wird.

Die auf dem M. basierenden Wissenschaften halten das für eine lächerliche Vorstellung, denn sie verbinden das in der Bibel transportierte Bild von “Gott” sowie dessen “Atem” natürlich mit Materie. Jedoch ist es ihnen bis heute nicht gelungen, “Leben” mit ihrem eigenen Vokabular schlüssig zu erklären oder es gar selbst zu erschaffen. Soweit sich diese Wissenschaften mit der Psyche beschäftigen, richten sie ihre Aufmerksamkeit ausschließlich auf das Gehirn. Dabei versuchen sie, psychische Manifestationen mit erhöhten Aktivitäten bestimmter Gehirnregionen in Verbindung zu bringen. Das ist so, als wenn man die komplexen Funktionen eines Computers glaubt, dadurch ergründen zu können, dass man die unterschiedlichen Temperaturen seiner einzelnen Schaltkreise mit der Hand erfühlt. Gut gemeint, aber absolut ungeeignet und deshalb naiv. 

Viele machen vermutlich den Fehler, die biblische Schöpfungsgeschichte zu wörtlich zu nehmen. Wenn man sie auf ihre Grundaussage reduziert, dass nämlich Materie und Leben durch Geist erschaffen wurden, steht sie nicht im Widerspruch zur Evolutionstheorie. Darwin, den man über einen langen Zeitraum als Feind der biblischen Schöpfungsvorstellung verunglimpft hat, fügt sich mit seinem Konzept von Mutation und Auslese perfekt in die Überlebensstrategie biologischer Lebensprozesse ein. Religiöse Eiferer machten sich vielfach gar nicht die Mühe, ihn zu verstehen.  Für sie galt, dass die im Alten Testament der Bibel beschriebene Schöpfung 4004 Jahre vor Chr. stattfand. Naturwissenschaftlich ist dieser Zeitpunkt völlig realitätsfern. Die Materie des Planeten Erde ist nachweislich ca. 4.6 Milliarden Jahre alt.

Hubbard hat den gemeinsamen Nenner jeglichen Lebens mit dem Imperativ von “überleben” etabliert. Dabei handelt es sich um eine Zentralaussage seiner Philosophie. Und in der Tat scheint jede Kreatur, ob Pflanze, Tier oder Mensch, dem gemeinsamen Befehl “überlebe !” zu folgen. Es ist der überdeutliche Hinweis auf den zentralen geistigen Ursprung des Lebens.

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