Ladung (engl. “charge”)

Bei einem Menschen im
Unterbewusstsein* vorhandene schädliche bzw. schmerzliche Energie, die sich überlebensfeindlich auf die Emotionen, die Gedanken, die Ziele und die Handlungen einer Person auswirkt. Früher galt: “Alles, was ein Auditor* bei einer Person macht, ist die Entfernung von Ladung.” Siehe auch die Definition von Fall* (engl. “case”).

Inzwischen muss diese Aussage ergänzt werden. Zwar ist Ladung der gemeinsamer Nenner und dient dem Auditor als Kriterium für das Auffinden von Dingen im Unterbewusstsein, die der Handhabung bedürfen, aber der Auditor entfernt auch Postulate* und die damit verbundenen Aberrationen*.

Im täglichen Leben ist restimulierte* Ladung nicht selten daran zu erkennen, dass eine Person in Tränen ausbricht. Durch einen bestimmten äußeren Anlass, oder weil man sie gezielt darauf anspricht, kontaktiert die Person gedanklich ein im Unterbewusstsein abgelegtes Trauma*. Die darin gespeicherte schädliche Energie manifestiert sich dann augenblicklich in seelischem Schmerz. Die Ladung kann im Einzelfall so stark sein, dass sie intensive und lang anhaltende Weinkrämpfe auslöst.   

Allgemein könnte man sagen, dass “Ladung” nur von solchen Dingen ausgeht, die im Unterbewusstsein gespeichert und dem Bewusstsein nicht zugänglich sind. Dinge also, die als schmerzliche Ereignisse “verdrängt” wurden und der Person inzwischen im wahrsten Sinne des Wortes unbekannt sind. So beruht jede Verstimmung, (Verärgerung, Wut, Traurigsein, Verzweiflung, Gram usw.), auf Unbekanntem, auch wenn das analytische Denken regelmäßig versucht, eine “vernünftige” Erklärung dafür zu liefern. Die unbekannte Ursache ist auch der Grund, warum Grübeln oder langes Nachdenken nichts löst. Nur indem die exakte Ursache präzise aufgespürt wird, tritt eine Besserung ein. Dies macht deutlich, dass ein spekulatives Reden über Unbekanntes nicht weiterhilft. Therapien, die das nicht beachten und deren “Verfahren” darin besteht, die Person beliebig über ihre “Probleme” sprechen zu lassen oder sie mit subjektiven Mutmaßungen und Interpretationen zu bewerten, bringen keine Fallverbesserung. Psychotherapeuten, die ständig auf der Suche nach Bedeutungen sind und in allem eine “Symbolik” zu erkennen glauben, verschwenden daher die Zeit ihrer Patienten.     

Kontaktierte Ladung bewirkt eine Anzeige* am E-Meter und schafft so die Verbindung zum Ladungsbegriff der Elektrizitätslehre. Nach der Theorie sind die im Unterbewusstsein gespeicherten Ladungen tatsächlich elektrischer Natur. Das Phänomen lässt sich daher auch rein physikalisch erklären und mit den gespeicherten  Ladungseinheiten eines Kondensators* vergleichen. Wenn ein Kondensator elektrische Energie gespeichert hat, wird ein analoges Strommessgerät, das man mit ihm verbindet, mit einer Nadelanzeige reagieren. Je größer die Ladungsmenge, desto weiter wird die Nadel ausschlagen. Dieser Zusammenhang kann in gleicher Weise beim E-Meter beobachtet werden. Für jedes verdrängte Geschehnis existiert sozusagen ein eigener Kondensator, in dem unterschiedlich viel Energie gespeichert ist. Jeder muss einzeln lokalisiert und entladen werden.

Letzteres geschieht jedoch nicht durch einfaches Kontaktieren. Insoweit endet hier der angestellte Vergleich. Gespeicherte Energie fließt aus dem Unterbewusstsein erst dann dauerhaft ab, wenn die Umstände vollständig konfrontiert wurden, denen die Person durch den Verdrängungsvorgang ausweichen wollte. Das heißt, dass jedes gespeicherte Geschehnis exakt und in Gänze so angeschaut werden muss, wie es sich tatsächlich zugetragen hat. Also keine Teilepisoden, keine beschönigenden Zusätze, keine Zerrbilder und insbesondere keine Phantasieprodukte wie willkürliche Interpretationen, vermutete Symboliken usw. Für das vorbehaltlose Konfrontieren gespeicherter und mit Ladung beaufschlagter Geschehnisse prägte Hubbard das englische Tätigkeitswort “to as-is”. (Anschauen “wie es ist”.)   

Da die gespeicherte schmerzliche Energie nur im Unterbewusstsein zu finden ist, ist das E-Meter nicht geeignet, “analytische” Daten aufzuspüren. Wenn ein Gedanke die Nadel des E-Meters bewegt, dann nur deshalb, weil er vorhandene Ladung kontaktiert. Die meisten Gedanken des täglichen Lebens tangieren das Unterbewusstsein nicht und verursachen daher auch keine Nadelreaktion. Sollte das E-Meter auf eine bestimmte Frage oder im Zusammenhang mit einem bestimmten Thema nicht reagieren, gibt es für den Auditor dort auch nichts zu holen.            

Alles, was bewusst wahrgenommen wird, schadet nicht. Die Arbeit des Auditors besteht also prinzipiell darin, Unbekanntes aus dem Unterbewusstsein in das Bewusstsein “umzulagern”. Damit verliert es seine negative Auswirkung. Wenn die Umlagerung abgeschlossen ist, ist die mit dem jeweiligen schmerzlichen Ereignis verbundene Ladung verschwunden.

Umgangssprachlich wird in der Gesellschaft gelegentlich sehr treffend die Formulierung “geladen” verwendet, um damit jemanden zu beschreiben, der höchst aufgebracht ist. In der Tat handelt es sich dabei um eine Situation, wo Ladung im obigen Sinne restimuliert* wurde. Technisch spricht man dabei von übergangener Ladung*. Unsere Altvorderen haben bei der Einführung des Wortes in dieser Definition bereits den richtigen Zusammenhang erkannt. 

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