Postulat

Eine durch das Individuum (= das geistige Wesen) getroffene Entscheidung. Es ist ein in Worte gefasster konkreter Beschluss, der Dinge der Vergangenheit, der Gegenwart oder der Zukunft regelt. Dabei handelt es sich um verursachendes Denken. Der Wortlaut eines Postulats ist immer das, was man “direkte Rede” nennt. Also kein “dass”, “könnte”, “würde”, “wäre” usw. Statt “ich könnte mir vorstellen, dass alle Frösche blau wären”, lautet das Postulat:
“Alle Frösche sind blau!” Das Individuum spricht dabei (gedanklich) zu sich selbst. Postulate kommen also immer vom Wesen selbst und sind nicht Teil des Reaktiven Verstands*.

Ein Postulat kann alles regeln. Ob sein Inhalt logisch ist oder sonst Sinn macht, spielt dabei keine Rolle. Entscheidend ist, dass es sich dabei um eine individuell erschaffene Realität handelt, auf deren Grundlage die Person denkt, wahrnimmt, handelt, Wirkung ist usw. Hier manifestiert sich das Sprichwort, wonach jeder seines eigenen Glückes Schmied ist. Es sind die Postulate einer Person, die darüber befinden, ob sie im Paradies oder in der Hölle lebt.    

Dem, der sich selbst als Realist begreift, mag die Vorstellung, mittels Gedanken in die Zustände und Abläufe des physikalischen Universums einzugreifen, möglicherweise nur ein mitleidiges Lächeln entlocken. Trotzdem gehören Postulate bei jedem Menschen zum Alltag, ohne dass er sich dessen immer bewusst ist. Aussagen wie: “Ich wünsche dir viel Erfolg”, “... eine glückliche Ehe”, “... baldige Genesung” usw. sind positive Postulate. Genauso gibt es negative Postulate: “Ich wünsche dir die Pest an den Hals”, “verrecken sollst du!”, “dich soll der Teufel holen!” usw. Auch Gebete enthalten häufig Postulate, wenn es sich zum Beispiel darum handelt, etwas Unerwünschtes loszuwerden oder etwas Erwünschtes zu bekommen. Das Sprichwort, das dem Glauben die Fähigkeit bescheinigt, Berge zu versetzen, beschreibt in Wahrheit die Wirksamkeit von Postulaten. Ein Postulat kann höchst analytisch oder völlig verrückt sein. Es kann gut oder böse, überlebensfreundlich oder überlebensfeindlich sein. So ist ein Fluch nichts anderes als ein böses Postulat. Bei Naturvölkern von Medizinmännern oder Schamanen praktizierter Zauber basiert ebenfalls auf Postulaten. 

Ein Postulat hört prinzipiell erst dann auf zu existieren, wenn es bewusst außer Kraft gesetzt wird. Dazu gehört, dass die Umstände seiner Entstehung vollständig konfrontiert werden. Geschieht dies nicht, sind neue Postulate häufig nicht in der Lage, ältere außer Kraft zu setzen. So kann es sein, dass das Postulat, gesund zu werden, nicht funktioniert, weil es ein älteres Postulat gibt, das eine Krankheit heraufbeschworen hatte.

Auch ohne sich diese Zusammenhänge ständig vor Augen zu führen, regelt ein Individuum sämtliche ihm wichtig erscheinenden Angelegenheiten durch Postulate. Es kommt zu ernsten Konflikten, wenn gleichwertige Postulate zueinander im Widerspruch stehen oder der Inhalt des Postulats selbst widersprüchlich ist. Beides bewirkt, dass das Wesen in bezug auf das in diesen Postulaten enthaltene Thema nicht agieren kann und in Unschlüssigkeit verharrt. Ähnlich verhält es sich, wenn Postulate auf “Gegenpostulate” anderer Individuen treffen. Das ist regelmäßig dann der Fall, wenn mit einer getroffenen Entscheidung versucht wird, auf andere einzuwirken.

Zahlreiche Postulate enthalten auch selbsterschaffene “stabile Daten”, die trotz ihrer objektiven Schädlichkeit von der Person für überlebenswichtig gehalten werden und an denen sie sich im Leben orientiert. Hierbei spricht man von fixen Ideen, bei denen es sich meist um Berechnungen handelt, mit denen die Person sich selbst ins Recht und andere ins Unrecht setzt. Solche Postulate können sehr ernste zwischenmenschliche Konflikte sowie chronische Krankheiten verursachen. Sie sind “betonhart” und erfordern ein besonderes Auditingverfahren. Siehe Service-Faksimile*.      

Ähnlich verhält es sich mit bösen Absichten*. Es sind gleichfalls Postulate, die  normalem Auditing nicht weichen. Sie können die Person veranlassen, gegenüber Personen oder Sachen zerstörerisch zu handeln. Ihrer Entstehung geht regelmäßig eine tiefgreifende Verwirrung voraus, die in einem speziellen Verfahren ausfindig gemacht und konfrontiert werden muss, bevor der Betreffende bereit ist, solche Entschlüsse aufzugeben.   

Nach Hubbard* sind nur Postulate geeignet, jemanden zu aberrieren*. Diese von ihm erst später verkündete These stellt seine ursprünglichen Annahmen betreffend den Reaktiven Verstand auf den Kopf und relativiert dessen Bedeutung enorm. Aus dieser Aussage leitet sich ab, dass jede Person ihre psychischen Störungen mit negativen Postulaten selbst erschafft. Sie basieren also nicht auf irgendwelchen Mysterien und sind erst recht kein Ausdruck einer Anomalie des Gehirns. Zur ihrer Beseitigung müssen die getroffenen Entscheidungen aufgespürt werden, die sie verursacht haben bzw. weiter am Leben erhalten. Der Therapeut sieht sich dabei häufig der Tatsache gegenüber, dass die Person sich an einzelne ihrer eigenen Postulate nicht mehr erinnern kann, weil sie sehr lange zurückliegen. Dennoch sind sie weiterhin wirksam. Im Auditing* nimmt es breiten Raum ein, solche nicht überlebensfreundlichen Entscheidungen zu finden und den genauen Wortlaut zu etablieren. Das E-Meter* ist dabei fast immer ein unverzichtbares Hilfsmittel.   

Zum besseren Verständnis sei darauf hingewiesen, dass Postulate auch von außen (z.B. durch Hypnose) implantiert* werden können. Eine Implantierung sich widersprechender Postulate hat in der Regel den bösartigen Zweck, das Wesen zu stoppen und zu verwirren. Siehe auch Rockslam*. Vordergründig betrachtet sind solche Einpflanzungen fremdverursachte Aberrationen. Doch auch bei ihnen wird unterstellt, dass die Person dafür durch grundlegende Postulate prädisponiert gewesen sein muss und deshalb letztlich auch die Verantwortung dafür trägt.

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