PTS (Abkürzung für “Potential Trouble Source” - Deutsch: Potenzieller Ärgernisverursacher)

Ein Begriff, der in
Hubbards* Lehre allgegenwärtig ist. Ganz allgemein verstand er darunter Personen, die aufgrund ihrer Fallstruktur oder wegen negativer Einflüsse von außen für Scientology ein ernstes Problem darstellten. Sei es, dass sie durch Auditing keine dauerhaften Gewinne erzielen können und deshalb emotional “Achterbahn fahren”, oder dass sie Scientology durch ihre Einstellung bzw. ihr Verhalten schaden. Generell galt und gilt, dass jemand, der PTS ist, solange kein reguläres Auditing erhalten darf, wie dieser Zustand andauert.   

Für “PTS” gibt es eine enge und eine erweiterte Definition. Für Personen, die zur ersten Kategorie gehören, stellte er fest: “Wer krank ist, ist immer PTS.” Von PTS-Personen behauptete er, dass sie im Leben ständig Fehler machen, eigene Unfälle im Straßenverkehr oder im Haushalt verursachen, nicht selbstbewusst, sondern eingeschüchtert sind, als willfährige Befehlsempfänger gelten usw. Sie gehen emotional auf und ab oder befinden sich dauerhaft im Nichtüberlebensbereich der
Tonskala*.

A. Die enge Definition
Hubbard unterschied drei “Typen”:
Typ I:   Jemand, der in der Gegenwart unter dem Einfluss eines
Unterdrückers* steht. Von der betroffenen Person wird von Scientology verlangt,  dass sie sich von dem Unterdrücker komplett trennt. 
Typ II:  Jemand, bei dem in der Gegenwart durch die Anwesenheit einer Person ein früherer Unterdrücker
restimuliert* wird. Als propagierte Abhilfe hierfür gibt es den PTS-Rundown*.
Typ III: Jemand, der
psychotisch* ist und überall Personen oder Dinge sieht, die ihn gefährlich bedrohen. Ob er in Scientology eine Chance auf Hilfe hat, hängt vom Einzelfall ab. Auch wenn “Psychose” als Synonym für Geisteskrankheit verwendet wird, sind die dort zu beobachtenden geistigen Mechanismen vielfältig. 

Es kommt öfter vor, dass jemand zugleich als Typ I und Typ II eingeschätzt wird. Bevor er als Typ II “behandelt” werden kann, muss er zunächst als Typ I in Ordnung gebracht werden. Wer im Beitrag “Technikmängel”, Kapitel 2, Abschnitt a.), die Absätze 2 und 3 gelesen hat, weiß, dass nach Hubbards Theorie im Grunde fast die gesamte Menschheit als Typ I angesehen werden kann. Ob zutreffend oder nicht, das Auditieren des PTS-Rundowns zeigt nur selten das Ergebnis, das zuvor davon versprochen wurde. Diese Aktion ist einer der am schlechtesten funktionierenden Rundowns in Scientology. Häufig wird festgestellt, dass Personen die diesen Rundown* abgeschlossen haben, weiterhin im Leben auf und ab gehen. Und das, obwohl das Endphänomen* darin bestehen soll, dass sie “niemals mehr Achterbahn fahren”.

Dieses
EP* ist unseriös, weil es für das Auf und Ab weitere Ursachen geben kann. Zum Beispiel bei Personen, die sich wegen schädlicher Postulate* selbst eine Fallverbesserung verweigern und sich dadurch zum Opfer eigener Unterdrückung machen. Der Mechanismus ist vergleichbar mit der Selbstgeißelung. Die denkbaren Formulierungen solcher Postulate sind nahezu unbegrenzt, der betroffenen Person jedoch fast nie bewusst. Im Grunde ist das für jeden zutreffend, der trotz längeren Auditings keine nennenswerten Fallfortschritte macht. Er geht im Leben auf und ab, denn er ist Wirkung zu seinen eigenen Postulaten. Das gilt für jede Fallstufe, ggf. auch für Personen, die OT VIII erreicht haben.

Ein Sonderfall ist der unter Typ I und Typ II bereits erwähnte “Unterdrücker”. Er ist fortwährend nicht in der eigenen Valenz*. Bei ihm haben die Auswirkungen eigener schädlicher Postulate einen Umfang erreicht, der die Person überwältigt.  Unterdrücker gelten als PTS zu sich selbst. Ihnen kann mit keiner der üblichen PTS-Handhabungen geholfen werden. Hubbard hatte zunächst geäußert, dass er es sich sehr überlegen müsste, ob er jemals ein Verfahren entwickeln würde, um Unterdrücker zu handhaben. Inzwischen ist das mit “Power” möglich. Damit lässt sich der Unterdrücker wieder in seine ursprüngliche Valenz* bringen. Das vertrauliche Bulletin lautet: By Hand HCO BULLETIN OF 11 MAY, AD 15

 
B. Die erweiterte Definition
Hubbard kreierte neben dem obigen Personenkreis die PTS-Typen
A bis J*. Das sind Personen, die Scientology schaden wollen oder aus anderen Gründen nicht für Auditing* geeignet sind. Zu ihnen zählen:

A) Leute mit Verwandten oder nahen Personen, die Scientology gegenüber feindselig eingestellt sind
B) Kriminelle
C) Personen, die Scientology öffentlich angegriffen oder verklagt haben
D) Solche, die Andere für ihren Zustand verantwortlich machen
E) Personen, die nicht selbstbestimmt zu Scientology gekommen sind
F) Leute, die in Wahrheit keine Verbesserung suchen, sondern Scientology ausspionieren wollen
G) Personen, die meinen, dass einflussreiche oder berühmte Leute bevorzugt Auditing erhalten sollten
H) Leute, die nebenbei andere Praktiken betreiben und damit allem gegenüber “aufgeschlossen” sind
 I)
Solche, die daran zweifeln, dass sich überhaupt jemand verbessern kann
J) Geheimdienstler, Richter, Journalisten usw., die in negativer Weise über Scientology urteilen

Eine Überprüfung auf die Eigenschaften A bis J findet regelmäßig bei neuen Leuten statt. Und zwar mittels des E-Meters. Die 32 Fragen sind so zugeschnitten und teilweise mehrfach unterschiedlich formuliert, dass die beschriebenen Dinge mit hoher Wahrscheinlichkeit aufgedeckt werden. Die, bei denen das etabliert wurde, werden als unerwünscht abgewiesen, wenn der Zustand nicht kurzfristig beseitigt werden kann. Bei solchen, die zur Kategorie A gehören, wird verlangt, dass sie den Kontakt zu feindseligen Eltern, Freunden usw. abbrechen. Selbst Ehen können darunter zerbrechen. Weigert sich die Person, einen solchen Abbruch der Kommunikation zu vollziehen, wirft man sie aus der Organisation hinaus.   

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