Historische Entwicklung

Saitengalvanometer des Nobelpreisträgers Willem Einthoven. Im Jahr 1903 zeichnete er damit das erste brauchbare EKG auf. Zur Durchführung der Messung musste die Person beide Arme und ein Bein in je einen mit Salzlösung gefüllten Metallbehälter eintauchen. Über elektrische Leitungen waren die isoliert aufgestellten Behälter mit dem Galvanometer* verbunden.

Der Arzt und Psychologe Carl Gustav Jung demonstrierte 1907 mit demselben Verfahren, dass seelische (geistige) Vorgänge in der Lage waren, physikalische Veränderungen im Körper herbeizuführen. Das Galvanometer reagierte, wenn die angeschlossene Testperson bestimmte Schlüsselwörter hörte.

Etwa vierzig Jahre später begann der US-Amerikaner Volney G. Mathison, sich mit denselben Phänomenen zu befassen. Er gilt als der Erfinder des modernen E-Meters*.

Oben die Zeichnung eines seiner ersten Geräte vom August 1951. Zur Verstärkung wurden hier noch Elektronenröhren* eingesetzt. Statt der heute üblichen Zylinder aus Metall verwendete man bei diesem Modell feuchte Schwämme als Elektroden. Das Gehäuse hatte bereits eine starke Ähnlichkeit mit dem im Jahr 1952 erschienenen Mathison H-52-1R, das auf dem folgenden Foto dargestellt ist und das als das bekannteste E-Meter aus der ursprünglichen Mathison-Serie gilt. Die Beschriftungen der Tonarmskala, des Range Expanders und der des Empfindlichkeitsknopfs waren ursprünglich noch etwas anders.     

Mathison H-52-1R

Ein fortentwickeltes Röhren-Gerät mit beleuchteter Skala, das bereits in Lizenz industriell von ARCON MANUFACTORING in L.A. hergestellt wurde. Nachfolgend die Skala in Großaufnahme. 

Mathison war unentwegt bemüht, seine Erfindung immer weiter zu verbessern. Es folgt ein historisches Foto, das Mathison zeigt, wie er vor einem größeren Publikum die Anwendung seines E-Meters an einer “Patientin” demonstriert.

Nachdem der Transistor* zu akzeptablen Preisen allgemein verfügbar war, setzte ihn Mathison statt der bisher verwendeten Elektronenröhren ein. Er traf in dieser Zeit mit Hubbard* zusammen und bot ihm sein Wissen an. Hubbard zeigte Interesse und profitierte von den bereits gemachten Erfahrungen. Er zeigte sich begeistert von den Möglichkeiten, die das E-Meter bot. Freilich hieß es zu dieser Zeit noch nicht so. In einem Vortrag, den Hubbard am 2. Februar 1952 hielt, sprach der noch vom “PSYCHOGALVANOMETER”. Mathison war Chiropraktiker und Schriftsteller, aber auch ein begabter Techniker. Während er Ehrgeiz entwickelte, seine Erfindung weiter zu perfektionieren, wollte Hubbard statt dessen nur eine einfache und zugleich effektive Anwendung im Auditing. Ihm wurden die fortentwickelten Geräte Mathisons zu kompliziert. Deshalb trennte man sich Mitte der 50er Jahre wieder. Jedenfalls ist das die Lesart, die Hubbard später selbst verlautbarte. Glaubwürdiger sind andere Stimmen, wonach Mathison sich seinerzeit weigerte, Hubbard die Patentrechte an seinem E-Meter zu übertragen. Er soll ihm gegenüber darauf bestanden haben, dass der Name “Mathison” auch weiterhin Bestandteil der Gerätebezeichnung sein sollte. Daraufhin sei es Ende 1954 zwischen beiden zum Bruch gekommen.   

Hubbard, der nach dem Weggang Mathisons plötzlich ohne E-Meter dastand, versuchte nun, aus der Not eine Tugend zu machen. Er distanzierte sich von diesem Gerät und betonte statt dessen den Vorrang der Kommunikation zwischen Auditor* und Preclear*. Dabei legte er Wert auf die Feststellung, dass ein E-Meter zur “Entpersönlichung” der Sitzung führe. Hubbard wörtlich:
”Yesterday, we used an instrument called an E-Meter to register whether or not the process was still getting results so that the auditor would know how long to continue it. While the E-Meter is an interesting investigation instrument and has played its part in research, it is not today used by the auditor. As we long ago suspected, the intervention of a mechanical gadget between the auditor and the preclear had a tendency to depersonalize the session.”

Deutsch: ”Gestern nutzten wir ein Instrument, genannt E-Meter, um festzustellen, ob ein Prozess* immer noch Ergebnisse hervorbrachte, damit der Auditor wusste, wie lange er ihn noch fortsetzen musste. Während das E-Meter ein interessantes Untersuchungsinstrument ist und seine Rolle in der Forschung gespielt hat, wird es heute vom Auditor nicht verwendet. Wie wir schon seit langer Zeit vermuteten, hat das Dazwischentreten einer mechanischen Apparatur zwischen Auditor und Preclear die Tendenz, die Sitzung zu entpersönlichen.” 

Hört sich schlüssig an, erinnert jedoch etwas an die Fabel vom Fuchs und den Weintrauben. Trotz dieser Vorbehalte tauchte 1958 nämlich ein neues Gerät auf, das nun ”Hubbard-Electrometer” hieß und den Wortbestandteil “Psycho” nicht mehr enthielt. Damit demonstrierte Hubbard nicht nur seine Eigenständigkeit, sondern distanzierte sich zugleich von der Psychologie, von der er gar nichts hielt. In seinen Schriften ist das Wort Psyche* in wohlwollender Weise nirgendwo zu finden. Jedenfalls war das zuvor noch geschmähte Gerät nun im Auditing wieder obligatorisch. Als dessen “Erfinder” ließ Hubbard sich im Jahr 1966 sogar ein Patent darauf erteilen. Inzwischen ist es abgelaufen.  

                                       US Patent 3,290,589 issued Dec. 6th, 1966
                                       Device for Measuring and Indicating Changes in
                                       the Resistance of a Human Body
                                       Inventor: Lafayette R. Hubbard

Dass Hubbard die in der Patentschrift enthaltene Schaltung selbst entworfen hat, darf bezweifelt werden, denn die Elektronik war nicht sein Metier. Wie berichtet wird, soll sie von Don Breeding und Joe Wallis entwickelt worden sein. Sie orientierten sich dabei an Mathison, modifizierten aber dessen Schaltung so, dass er es schwer gehabt hätte, gerichtlich dagegen vorzugehen. Anschließend überließen sie Hubbard das Gerät zur eigenen Nutzung. Wäre dieser tatsächlich Elektroniker gewesen, hätte er sich als Perfektionist sicher eines Konzepts bedient, das der Fachmann als Differenzverstärker* kennt. Er hätte damit auf simple Art die Probleme der wärmebedingten Nadeldrift gehandhabt. Differenzverstärker sind temperaturstabil und schon seit den 1930er Jahren bekannt. Deshalb wäre 1958 kein Ingenieur mehr auf die Idee gekommen, für analoge Messzwecke einen asymmetrischen Gleichspannungsverstärker einzusetzen. Breeding und Wallis wird man also zu den Hobbyelektronikern zählen dürfen. 

Von Mathison ist zu dieser Entwicklung folgende Äußerung aus dem Jahr 1964 bekannt:
"I decry the doings of trivial fakers, such as scientologists and the like, who glibly denounce hypnosis and then try covertly to use it in their phony systems"
Deutsch: “Ich beklage die Handlungen gewöhnlicher Fälscher, wie Scientologen und Ähnliche, die wortgewandt die Hypnose anprangern und sie dann doch heimlich in ihren Schwindelstrukturen anzuwenden suchen.” 

Es folgt ein kurzer Auszug aus einer eidesstattlichen Erklärung, die der älteste Sohn Hubbards 1982 vor dem U.S. Distriktsgericht Massachusetts zur CIVIL ACTION NO. 79-2491-G abgab. Hubbard jnr. war vom Gericht vorher darüber belehrt worden, dass jede falsche Angabe zu einer Bestrafung führen würde.
“My father obtained the rights to the E-meter in 1952 from Volney Mathison in the same manner that he does everything -- through fraud and coercion. My father learned about the E-meter from Mathison who developed it and my father fraudulently extracted those rights from Mathison so that my father could use it in Scientology auditing.”
Deutsch: ”Mein Vater erlangte die Rechte am E-Meter 1952 von Volney Mathison auf die gleiche Art wie er alles macht - durch Betrug und Zwang. Mein Vater lernte die Dinge über das E-Meter von Mathison, der es entwickelt hatte,  und mein Vater eignete sich betrügerisch diese Rechte von Mathison an, sodass mein Vater es im Scientology-Auditing verwenden konnte.”

Der Verfasser lässt beide Äußerungen unkommentiert. 

In schneller Folge gab es von 1958 bis 1962 ca. zehn weitere “Hubbard Electrometer”, die sich alle technisch etwas voneinander unterschieden. Darunter eines, das Geräusche von sich gab. Ob diese Änderungen im Sinne einer Verbesserung auch sinnvoll waren, ist heute schwer zu sagen, da die Stromlaufpläne nicht mehr vorhanden sind. Ab 1959 gab es die “Mark-Serie”. Die Geräte erhielten eine laufende Nummer in römischen Ziffern. Zunächst das “Mark I”, 1960 erschienen das “Mark II” und das “Mark III”, 1961 das “Mark IV”, 1962 das “Mark V”, 1978 das “Mark VI”, 1988 das “Mark VII”, 1996 das “Mark VII Quantum” und 2013 das.Ultra Mark VIII.  Die blau eingefärbten E-Meter finden Sie nachfolgend näher beschrieben.

Hubbard Electrometer Mark V

Das ”Mark Vgalt lange Zeit als das Arbeitspferd der Auditoren und wird auch heute noch vereinzelt von Nostalgikern verwendet. 1962 als ”Britisches Mark V” erstmals herausgegeben, wurde ein Jahr später noch einmal seine Empfindlichkeit verbessert. In den 1990er Jahren wurde es erneut in geringen Stückzahlen produziert. Um 1970 kam auch ein “amerikanisches Mark V” heraus, das gegenüber dem britischen jedoch Mängel aufwies und sich daher nicht durchsetzen konnte.

Hier das Innenleben der Reproduktion des “Britischen Mark V”.

Die Bestückungsseite der Leiterplatte. Moderne Steckverbinder und Spindeltrimmer lassen erkennen, dass es sich um eine Reproduktion handelt. Die Germaniumtransistoren vom Typ OC71 erinnern jedoch an alte Zeiten und erweisen dem ursprünglichen Mark V ihre Reverenz.

Das Schaltbild des Mark V finden Sie hier in hoher Auflösung zusammen mit einer Anweisung für den korrekten Abgleich der Trimmer. Diese kann auch für das Mark VI verwendet werden. Die abweichenden Trimmerbezeichnungen für das Mark VI finden Sie ebenfalls unter diesem Link. 

Hubbard Professional Mark VI

Hierbei handelt es sich um den 1978 erschienenen Nachfolger der Mark V-Serie. Mit einem futuristischen Design ausgestattet, besaß es zum ersten Mal einen elektronischen Tonarmzähler*. Die aktuelle Tonarmposition* musste jedoch weiterhin an der Stellung des Tonarmknopfs* abgelesen werden. 

Das E-Meter besaß keine interne Spannungsstabilisierung. Bei vollem Akku brauchte es eine andere Trimmung als bei einem, der nahezu entladen war. Außerdem bewegte sich die Nadel, wenn man den Akku während des Betriebs auflud und dabei Netzspannungsschwankungen auftraten. Dafür verbrauchte es nur wenig Strom und war angenehm leicht.  

Wie bei seinen Vorgängern und Nachfolgern war die Nadel des Mark VI ausgesprochen träge. Sie kam nur langsam in Fahrt und schoss bei größeren Anzeigen weit über ihr Ziel hinaus. (Engl. Fachbegriff: “Overshooting”). Anschließend neigte sie zu sekundenlangem Nachpendeln. Als Anwender bemerkt man diese Dinge in der Regel jedoch erst dann, wenn zum Vergleich ein anderes E-Meter zur Verfügung steht, das diese unerwünschten Eigenschaften nicht hat.

Es fogt ein Blick in das geöffnete Gehäuse.

Die obere Platine mit einem Dutzend Schaltkreisen* war nur zuständig für die Uhr und den Tonarmzähler. Das ganz rechts befindliche Potenziometer, an dem sich der Tonarmknopf befand und das auf dem linken Foto noch einmal vergrößert zu sehen ist, war ab diesem Modell eine Tandemausführung. Das eine Poti war mit 20 kOhm für die Kompensation des Tonarms zuständig, das zweite mit 10 kOhm stellte die variable Spannung zur Verfügung, die zur Zählung der Tonarmabschnitte* gebraucht wurde. Die untere Platine des oberen Fotos enthielt die bereits bekannte Schaltung zur Ansteuerung der Nadel. Links neben dem Messwerk der Akku mit bescheidenen Abmessungen und nur wenig Gewicht.  

Abgleichanweisungen für Tonarm und Balance des Empfindlichkeitsreglers des Mark VI finden Sie auf  http://www.emeter.de/html/markv.html unter den Anweisungen für das Mark V in hellerem Blau. Der Abgleich ist identisch, lediglich die Spindeltrimmer heißen anders. (Siehe dort.)

Hubbard Mark Super VII

Das Mark VII wurde 1988 herausgegeben und besaß erstmals ein zusätzliches Display für die Tonarmposition. Es wurde im Oval unten mittig angeordnet. Auf dem folgenden Foto ist zu sehen, dass dieses Display bei ganz nach links gedrehtem Tonarmknopf “0.45” anzeigt. Dieser Wert ist physikalisch nicht nachvollziehbar, da selbst bei einem Kurzschluss zwischen den Dosen ein so niedriger Tonarm nicht auftreten kann. Aus mathematischen Gründen beträgt der Tonarm bei einem Kurzschluss 0.94169, (aufgerundet 0.95). Aus diesem Grund müsste der Tonarmknopf mit seiner Skala bei diesem Wert enden. Vielleicht wollte man bei der Gestaltung der Skala einfach nur Symmetrie wahren. 

Deutlich macht der Sachverhalt jedenfalls, dass die digitale Tonarmpositionsanzeige nicht den augenblicklichen Körperwiderstand, sondern, (wie der Name ja sagt), lediglich die eingestellte Position des Tonarmknopfs anzeigt. Solange der Auditor daran nicht dreht, ändert sich auch die Anzeige nicht. Das unterscheidet die Hubbard-Geräte von einem “vk1-50”, bei dem ständig der Körperwiderstand gemessen und in Echtzeit angezeigt wird. 

Nachfolgend die Innenansicht eines Mark VII. Die Rostspuren sind durch einen Wasserschaden entstanden und daher dem Hersteller nicht anzulasten. Dennoch ist der optische Eindruck dürftig. Bei einem Gerät, das ursprünglich ca. 8.000.- DM kostete, erwartet man mehr Professionalität. Volkstümlich ausgedrückt sieht das hier aus wie “Kraut und Rüben”.

Die Verdrahtung wurde dilettantisch ausgeführt. (Die meisten Hobbybastler arbeiten sorgfältiger.) Ganz rechts, halb mit einem Stück dünner Pappe abgedeckt, befindet sich unter der separaten Platine ein Netztrafo, damit man die Akkus auch ohne Zusatzgeräte über das Netz laden kann. Die Zuführung der Netzspannung erfolgt von einer rückseitig angebrachten Kaltgerätebuchse über eine frei in der Luft hängende verdrillte schwarze Litze mit einer Drahtstärke von nur 0.6mm. Die graue Pappe dient offenbar als Berührungsschutz, denn der Primäranschluss des Trafos wäre sonst frei zugänglich. Der VDE-Prüfstelle in Offenbach würde bei dieser Art elektrischer Sicherheit vermutlich die Kinnlade herunterfallen. Schließlich handelt es sich hier um Elektronik, mit der Menschen über zwei in den Händen gehaltene Metalldosen elektrisch leitend verbunden sind.

Jedem Anwender wird sehr davon abgeraten, den oben im ausgebauten Zustand abgebildeten Netzanschluss zu nutzen, denn er begibt sich damit in Lebensgefahr. Verwenden Sie zum Laden der Akkus ausschließlich ein externes Netzteil, das auf der Niederspannungsseite (12 Volt AC) mit einem Hohlstecker (5.5/2.1 mm) ausgestattet ist. Siehe folgendes Foto:

Lesen Sie dazu bitte auch diesen Sicherheitshinweis.

Zahlreiche Ferritringe sollen offenbar die elektromagnetische Verträglichkeit verbessern, denn das Plastikgehäuse bietet keinen Schutz vor Einstrahlung. Ihre willkürliche Anordnung sowie die mangelnde Befestigung der Ringe wirken geradezu hilflos. Insgesant 11 Spindeltrimmer machen den Abgleich des Geräts sehr komplex. Es muss alle zwei Jahre zum Nachabgleich an den Hersteller eingeschickt werden, sonst erlischt die Erlaubnis zum Auditieren. Überwacht wird das durch ein außen fest angebrachtes Zertifikat, auf dem der Termin der nächsten (kostenpflichtigen) Überprüfung vermerkt ist. Das zuvor gezeigte Mark VI musste sogar jedes Jahr gegen Entgelt überprüft werden. Es gab immer wieder Betroffene, die das für Geldschneiderei hielten.

Das folgende Foto zeigt eine zusätzlich an der Innenseite der Gehäuserückwand angebrachte Platine zur Steuerung der Akkuladung. Das Flachbandkabel führt zur Anschlussbuchse für den Remote Tone Arm*, der ab dem Mark VII als Zusatzgerät erhältlich war. Die verdrillte schwarze Litze stellt die oben bereits erwähnte 230 Volt-Verbindung zum Netztrafo her. 

Als weitere Neuerung hatte das Mark VII einen Knopf mit der Bezeichnung  “METER CHECK”. Mit einem geräuschlosen Druck auf diesen Knopf konnten die Dosen elektrisch vom E-Meter getrennt werden, um bei einem auftretenden Rockslam* eine Fehlfunktion der Elektronik als mögliche Ursache auszuschließen.¹) Bei den Vorgängermodellen musste der Auditor für diese Überprüfung noch jedes Mal den Klinkenstecker zu den Dosen herausziehen. War dieser Check eingeschaltet, leuchtete rechts daneben (über dem Wort NORMAL) zur Erinnerung eine gelbe LED*. Durch einen weiteren Druck auf diesen Knopf wurde er wieder ausgeschaltet.

¹) Die Erfahrung lehrte, dass das wilde Hin- und Herschlagen der Nadel, das charakteristisch für den Rockslam ist, durch einen Fehler in der Elektronik verursacht werden konnte. Wenn man auf den “Meter Check” drückte, wurde die Messbrücke von den Dosen getrennt und statt dessen mit einem 5k-Ohm-Widerstand verbunden. Damit wurde dieselbe Situation herbeigeführt, die früher gegeben war, wenn man den Klinkenstecker zu den Dosen herauszog. Da der TA-Knopf sich in einer solchen Situation meist in einer höheren Position als 2.0 befand, schlug die Nadel in diesem Moment hart am rechten Rand an und musste durch eine Linksdrehung des TA-Knopfs wieder auf die Skala gebracht werden. (Wenn der Auditor vergaß, sich vorher den Wert des Tonarmzählers zu notieren, hatte er am Ende der Sitzung viel falsche Tonarmbewegung.) Bewegte sich die Nadel weiter hin und her, hatte die Elektronik einen Fehler. Kam sie jedoch bei weiter aktiviertem Meter Check auf der Skala zum Stillstand, konnte man die Elektronik ausschließen, wusste aber noch immer nicht, ob es sich um einen “echten” Rockslam gehandelt hatte, weil der Effekt auch durch eine gebrochene (und sich nur zeitweilig berührende) Ader des Dosenanschlusskabels verursacht werden konnte. Deshalb war (und ist) es die Aufgabe des Auditors, die Kabel zu den Dosen vor und ggf. nach der Sitzung auf ordnungsgemäße Funktion zu überprüfen. Konnte auch das Kabel ausgeschlossen werden, war der aufgetretene Rockslam “echt” und wurde dann als solcher in den Arbeitsblättern vermerkt. Der Aufwand wurde deshalb getrieben, weil man sicher gehen wollte, jemandem nicht fälschlich einen Rockslam zuzuweisen. Es galt als Makel, ein “Rockslammer” zu sein.   

Mit der Einführung des Mark VII wurde zum ersten Mal ein einheitlicher und optisch akzeptabler Sichtschutz für die Worksheets* des Auditors verwirklicht. Das links abgebildete Teil gehörte nun mit zum Lieferumfang. Die konisch zulaufenden Seitenteile ließen sich ausklappen, um die notwendige Standfestigkeit herzustellen und um den Sichtschutz zu verbreitern.. Am oberen Ende gab es eine breite Zunge, die man herausziehen konnte. Sie gab Dokumenten genügend Halt, die zum Zwecke der Unterweisung vor dem Sichtschutz aufgestellt und so vom PC* bequem gelesen werden konnten.

Auf dieses Plastikteil wurde der Deckel des E-Meters aufgedrückt, was den Sichtschutz zusätzlich in der Höhe verbesserte. (Linkes Foto.) Das Gebilde wurde neben dem E-Meter auf den Tisch gestellt. Dahinter befanden sich das Papier und die Schreibutensilien des Auditors. Vor dem Mark VII musste der Anwender den Sichtschutz noch selbst organisieren, indem er eine Pappe, ein Blech, ein Brett oder dergleichen aufstellte. Um eine Ablenkung zu vermeiden, war es schon sehr frühzeitig Vorschrift, dass die auditierte Person nicht sehen durfte, was der Auditor zu Papier brachte.

Rechts ein Mark VII für Linkshänder, die mit der linken Hand schreiben und den Tonarmknopf daher mit der rechten Hand betätigen müssen. Die Bedienung erfolgt hier spiegelverkehrt. Ein solches Konzept war bereits beim Mark V und VI in die Produktion mit aufgenommen worden.

Bei modernen E-Metern, die keinen Tonarmknopf mehr besitzen, stellt sich dieses Problem nicht. Mit ihnen können Links- und Rechtshänder gleich gut arbeiten. Nur der notwendige Sichtschutz wird auf der für den Anwender passenden Seite des E-Meters platziert.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Elektronik des Mark VII (gegenüber dem Mark VI) grundlegend überarbeitet wurde und nun intern spannungsstabilisiert war. Allerdings war auch der Energieverbrauch deutlich höher. Die Ladekapazität des Akkus musste entsprechend angepasst werden, was sich zusammen mit anderen Veränderungen, z.B. den erwähnten Ferritringen und dem Netztrafo spürbar auf das Gewicht auswirkte. Das Mark VII wog nun beinahe doppelt so viel wie sein Vorgänger. Da Nickel-Cadmium-Zellen für den Akku verbaut wurden, reduzierte sich dessen Kapazität wegen des Memory-Effekts* nach kurzer Zeit spürbar. In der Folge musste immer häufiger nachgeladen werden. Nicht selten auch während der Sitzung, was jedes Mal zu kritikwürdigen Unterbrechungen führte.

Hubbard Mark Super VII Quantum

Dieses Gerät, kurz “Quantum” genannt, wurde bis zum 22.11.2013 in Scientology* verwendet. Bis auf die ovale, goldfarbene Plakette links neben dem TRIM-Regler ist es optisch identisch mit dem Mark VII. Es wurde 1996 unter außergewöhnlichem PR-Aufwand eingeführt und als “größter Durchbruch in der Entwicklung des E-Meters” bezeichnet. Das Wort “Quantum” bezieht sich auf das englische “quantum leap” und suggeriert, dass hier ein technischer Quantensprung vollzogen wurde. Die gefeierte Neuerung betraf eine sich automatisch anpassende Empfindlichkeit, mit der bei unterschiedlichem Tonarm stets gleich große Nadelanzeigen bewirkt werden sollten. Im mitgelieferten “Manual” wurde behauptet, dass das Quantum die leichteste und empfindlichste Nadel hätte, die je für ein E-Meter konstruiert wurde. Dabei handelte es sich jedoch nachprüfbar um eine irreführende Unwahrheit. E-Meter anderer Hersteller haben zum Teil eine deutlich flinkere Nadel. Das Quantum besitzt dagegen dasselbe träge Nadelwerk wie das Mark VII.

Wer ein Mark VII besaß, konnte es zum Quantum nachrüsten lassen. Dabei wurden lediglich elektronische Komponenten ausgewechselt. Gehäuse, Bedienelemente, Displays und auch das Drehspulinstrument blieben unangetastet. Der Anwender musste je nach Alter seines Geräts für diese elektronische Modifikation bis zu 1.600.- DM auf den Tisch legen.

Es folgt das Innere des Quantums. Hier werden sogar 14 Spindeltrimmer zum Abgleich benötigt. Unter der schwarzen Abdeckkappe befindet sich der Akkupack aus 7 Zellen der Größe AAA. Es handelt sich um Nickel-Cadmium-Zellen mit einer Speicherkapazität von 700 mAh. Durch die Verkleinerung der Akkuzellen und insbesondere durch die Entfernung des Netztrafos wurde spürbar Gewicht eingespart. Das Aufladen der Akkus mittels eines externen Netzteils war auch vorher schon bei den meisten Auditoren die Regel. Benötigt wird ein Steckernetzteil mit einer Ausgangsspannung von 12 V AC und einem Strom von 300 mA. Es muss über einen Hohlstecker mit außen 5.5mm und innen 2.1mm Durchmesser verfügen. Da es sich um Wechselstrom handelt, spielt die Polarität keine Rolle. Beim Ladevorgang fließen 150 bis 170 mA, sodass bei einem “leeren” Akku mit  700 mAh etwa fünf Stunden gebraucht werden, bis dieser wieder “voll” ist.

NiCd-Akkus sollten wegen des so genannten Memory-Effekts* nicht geladen werden, solange sie nur teilentladen sind. Auch wenn ein Auditor das weiß, nützt ihm dies nichts, denn er will auf jeden Fall vermeiden, dass eine Sitzung wegen eines leeren Akkus unterbrochen werden muss. Also lädt er den Akku häufig und dadurch regelmäßig zu früh, sodass sich die Akkukapazität schnell vermindert. Dadurch muss der Auditor immer öfter laden. Am Ende sogar während der Sitzung. Der Hersteller, dem das bekannt war, verbaute dennoch weiter Nickel-Cadmium-Akkus. Über die Gründe kann man nur mutmaßen. 

In einem Laborvergleich mit dem “Ability 3a” schnitt dieses E-Meter erschreckend schlecht ab. Die Nadel des Quantums erwies sich als derart träge, dass sich die Frage aufdrängte, ob hier destruktive Absichten der Verantwortlichen im Spiel sind. Um die Möglichkeit eines besonders schlechten Geräts auszuschließen, wurden insgesamt drei Quantums getestet. Sie verhielten sich jedoch alle gleich. Der Labortest, der auf Video dokumentiert wurde, ist schockierend für alle, die bislang der behaupteten Perfektion dieses Geräts vertraut haben. Von dessen Gebrauch wird abgeraten, weil der Anwender sich dem Risiko aussetzt, gültige Anzeigen* als latent* einzustufen und sie deshalb zu verwerfen. Geschieht das, entsteht übergangene Ladung*, was den Fall* sehr durcheinanderbringen und eine Sitzung komplett scheitern lassen kann.

Zudem wirkt sich das ständige Bedienungserfordernis des Tonarmknopfs für Solo*-Auditoren sehr ablenkend aus. Auch der beim Mark VII bereits erwähnte Remote Tone Arm* ändert grundlegend nichts daran. Es handelt sich bei dieser Art Bedienung um einen technischen Anachronismus, denn bei modernen E-Metern wird die Nadel von der Elektronik selbständig zu SET* zurückgeführt. Dies gestattet eine ablenkungsfreie Beschäftigung mit dem eigenen Fall.

Das Maß an Dilettantismus ist damit jedoch noch nicht erschöpft. Im Solo-Auditing zeigt dieses E-Meter (wie alle seine Vorgänger) wegen der geringeren Kontaktfläche der Einhandelektrode* permanent einen zu hohen und damit falschen Tonarmwert an. Der Solo-Auditor muss zu Beginn der Sitzung seinen Tonarm zunächst mit zwei einzelnen  und dann mit  einer Einhandelektrode bestimmen. Anhand der ermittelten Differenz muss er nun während der Sitzung den angezeigten Tonarmwert ständig gedanklich umrechnen, um keinen Fehler zu machen.

Weiteres Manko: Die bedienungsunfreundliche Empfindlichkeitseinstellung beim Mark VII und beim Quantum. Um mit seinen Empfindlichkeitsbereichen LOW und HIGH richtig umgehen zu können, braucht man eine Umrechnungstabelle. Wer sich so etwas Praxisfremdes ausgedacht hat, kann selbst kein Auditor sein. Nachfolgend ist diese Tabelle zu sehen.

In “Dynamische Empfindlichkeit=Quantensprung ?” beschäftigt sich der Verfasser eingehend mit den technischen Zusammenhängen und Hintergründen der beim Quantum zu beobachtenden extremen Nadelträgheit.

Ultra Mark VIII

Das “Ultra Mark VIII” ist seit dem 22.11.2013 in allen Organisationseinheiten von Scientology obligatorisch in Verwendung. Jeder Scientologe, der (auch privat) ein E-Meter benutzt, darf das Quantum nicht länger verwenden, sondern muss das neue Gerät für ca. 5000 US-Dollar kaufen. Was vielen nicht bekannt ist, es wurde bereits kurz nach der Jahrtausendwende in Taiwan für nur 40 US-Dollar je Exemplar produziert und 9 Jahre lang eingelagert, weil erst der noch vorhandene Vorrat an alten E-Metern verkauft werden sollte. Außerdem wollte Miscavige* zunächst abwarten, bis seine groß angelegte Kampagne mit Golden Age of Knowledge*) das erwartete Geld in seine Kassen gespült hatte.

*) “Golden Age of Knowledge”, (Goldenes Zeitalter des Wissens), war eine Aktion, die sich Miscavige ausgedacht hatte, um beträchtliche neue Einnahmen zu kreieren und um damit das in Kürze ablaufende Copyright der bisher vertriebenen Bücher geschickt zu umgehen. Er verkündete 2010  auf einem großen Event coram publico, dass wegen entdeckter Fehler, Auslassungen, Verfälschungen usw. alle bisher in seiner Organisation gültigen Bücher korrigiert und neu gedruckt werden mussten. Jeder Scientologe wurde dazu verpflichtet, diese neuen Bücher zu kaufen. Eine wahrlich profitable “neue Geschäftsidee”.  

Was die Bedienung und das Nadelinstrument angeht, ist das Ultra Mark VIII alter Wein in neuen Schläuchen. Das Gerät ist nach wie vor mit dem total veralteten Tonarmknopf und dem trägen Drehspulinstrument seiner Vorgänger ausgestattet. Allerdings hat man dieses E-Meter digital aufgerüstet. Über eine USB-Schnittstelle und einen Desktop oder Laptop muss das Gerät regelmäßig mit der Scientology-Organisation in Verbindung treten. Damit hat Letztere nun via Internet Zugriff auf jedes E-Meter. Statt es wie früher an die Organisation einzuschicken, um ein neues Nutzungs-Zertifikat für zwei weitere Jahre zu erhalten, läuft nun alles über das Internet. Man muss befürchten, dass dabei auch Daten abgefragt und gespeichert werden. Als Nutzer kann man sich dagegen nicht wehren. Wenn man kein regelmäßiges “Update” der Software durchführt, stellt das Gerät seine Funktionen ein. Das Display zeigt diesen Zeitpunkt 14 Tage vorher an. Ein Update erhalten natürlich nur solche Personen, die bei der Organisation nicht in Ungnade gefallen sind. Wer ausgetreten ist oder hinausgeworfen wurde, kann dieses E-Meter nach Ablauf der Frist nicht mehr verwenden. George Orwell lässt grüßen.

Trotzdem besteht auch für diesen Personenkreis Hoffnung. Einzelnen IT-Freaks soll es bereits gelungen sein, die Software dieses Geräts zu “hacken” und damit zu erreichen, dass der Zwang zum regelmäßigen Update entfällt. Es lohnt sich, diesbezüglich im Internet zu recherchieren.

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